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Der Markt für Fotografie boomt – und doch gibt es noch immer Nischen für private Sammler.
Der New Yorker Kunstmarkt-Experte William Hunt kauft seit vier Jahrzehnten Bilder.
Er erklärt, was es braucht, um die Talente von morgen zu entdecken.

Fotos zu sammeln wird stetig populärer.
Fotografie hat die Museen erobert.
Sie ist Bestandteil und Motor des Kunstmarkts; einige Bilder sind schon Teil
von Investment-Portfolios.

Finanzkräftige Investoren kaufen Fotos, um sie irgendwann mit Gewinn weiterzuverkaufen.
Die Preise haben so angezogen, dass sich Stiftungen und kulturelle Institutionen
relevante Werke zum Teil gar nicht mehr leisten können.

Doch der Ankauf von Bildern unbekannter Fotografen und junger Talente ist noch erschwinglich.
Im gehobenen Segment hingegen steigen die Preise dabei rapide.
Der Fotokünstler Andreas Gursky hält derzeit den Weltrekord,
4,3 Millionen Dollar brachte die monumentale Fotografie „Rhein II“ bei einer Versteigerung ein.
433.000 Euro zahlte ein Käufer für das bislang teuerste Foto von Henri Cartier-Bresson.

Aber wie fängt man mit dem Sammeln an?
Wo finden Interessierte Fotografien, die selbst nach langer Zeit noch faszinieren?
Und wann kann der Kauf einer Fotografie zugleich eine vielversprechende Investition sein?

William Hunt hat Antworten auf diese Fragen.
Der New Yorker kauft seit vier Jahrzehnten Prints.
Er gilt als Autorität im Fotografie-Universum:
Sammler, Kurator, Autor, Berater, Jurymitglied des World Press Photo Award.
„Gute Fotografie gibt es im Überfluss“, sagt Hunt.

„Wahrhaft herausragende Fotografien jedoch sind Raritäten,
sind Schätze.
Wenn man so eine Fotografie sieht, singt das Herz.“
Das Geheimnis herausragender Bilder sei oft erstaunlich simpel:
Ein Bild, bei dem die Elemente perfekt austariert seien.
„Oft zeigen diese Fotografien etwas, das man noch nie zuvor gesehen hat,
etwas Überraschendes, Geheimnisvolles, Magisches.

Die amerikanische Malerin Georgia O’Keeffe nannte es das Unfassbare“, sagt Hunt.
Wer seinen Blick für gute Bilder schulen will, sollte sich in Galerien und Museen
sowie auf Fotofestivals und Messen umsehen.

Paris Photo ist eine der wichtigsten Fotomessen,
bis zum Sonntag lockt die Veranstaltung Sammler und Interessierte in die französische Hauptstadt.
Allerdings bedarf es schon eines gut gefüllten Bankkontos,
um von dort ein Foto mit nach Hause zu nehmen.

Woran erkennt man, welches Bild zu einem passt – und welches womöglich an Wert gewinnt?
„Fotografien findet man auf zwei Wegen“, erklärt Experte Hunt.
„Zum einen – das hat der Fotograf Walker Evans gesagt – durch schauen, schauen, schauen.
Und wer empfänglich ist, wird gelegentlich auch von Fotografien gefunden.“

Beim Kauf vertraue jeder Sammler letztendlich dem eigenen Instinkt, sagt Hunt:
„Ein Bild zu finden, das man kaufen möchte, ist berauschend.
Mit einem solchen Bild will man im Raum herumtanzen.“

Quellenhinweis: Spiegel Online

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